Alternativen zu Matterport: 360°-Rundgang, Gaussian Splatting und Video im Vergleich

Matterport ist der bekannteste Anbieter für virtuelle Rundgänge von Immobilien. Die Alternativen lassen sich in drei Gruppen einteilen: 360°-Rundgänge aus Rundumfotos mit anderen Kameras und Programmen, begehbare 3D-Rundgänge mit Gaussian Splatting und einfache Videorundgänge.
Welche Lösung passt, hängt vor allem davon ab, wie gut Interessenten den Grundriss verstehen sollen, wie viel Aufwand selbst übernommen werden soll und wie die Kosten verteilt sein sollen: einmalig pro Objekt oder als laufendes Abo.
Wie Matterport funktioniert
Bei Matterport wird eine Immobilie an vielen einzelnen Punkten aufgenommen, den sogenannten Scanpunkten. Dafür gibt es eine eigene Kamera des Herstellers, die zusätzlich mit einem Laser die Entfernungen misst. Alternativ lassen sich auch bestimmte 360°-Kameras oder ein Smartphone verwenden.
Aus den Aufnahmen entsteht ein Rundgang, in dem man sich von Scanpunkt zu Scanpunkt bewegt und an jedem Punkt rundum schauen kann. Zusätzlich gibt es eine Puppenhaus-Ansicht, in der man die ganze Wohnung als Modell von außen sieht, und je nach Paket einen Grundriss.
Die Kosten setzen sich aus der Kamera und einem monatlichen Software-Abo zusammen. Über das Abo bleiben die Rundgänge online, die Zahl der gleichzeitig veröffentlichten Rundgänge hängt vom gewählten Paket ab. Wer nicht selbst aufnehmen will, kann einen Dienstleister beauftragen, der mit Matterport arbeitet.
Alternative 1: 360°-Rundgang mit anderer Kamera und Software
Die naheliegende Alternative ist ein 360°-Rundgang mit einer handelsüblichen Rundumkamera und einem anderen Programm. Das Prinzip ist dasselbe wie bei Matterport: Die Kamera wird an mehreren Punkten aufgestellt, und im Rundgang springt man zwischen diesen Punkten. Was den Einstieg einfacher macht, sind die geringeren Kosten für die Kamera und oft günstigere Abos.
Die Grenzen sind ebenfalls dieselben. Man sieht nur, was von den Aufnahmepunkten aus zu sehen ist, und erlebt die Wege zwischen den Räumen nicht. Für viele Mietwohnungen reicht das trotzdem völlig aus. Was ein 360°-Rundgang kann und was nicht, beschreibt 360°- oder 3D-Rundgang? ausführlich.
Alternative 2: Begehbarer 3D-Rundgang mit Gaussian Splatting
Gaussian Splatting ist ein Verfahren, das aus einem Video der ganzen Wohnung ein fotorealistisches 3D-Modell berechnet. Statt von Punkt zu Punkt zu springen, bewegt man sich darin frei, auf Augenhöhe und durch jede Tür, ungefähr so wie bei einer echten Besichtigung. Dadurch versteht man den Grundriss und die Größe der Räume deutlich besser. Wie das Verfahren funktioniert, erklärt Was ist Gaussian Splatting?.
Die Berechnung ist aufwendiger als bei einem 360°-Rundgang. Sie läuft über Stunden auf leistungsstarken Grafikkarten, und die Aufnahme muss sehr sorgfältig sein, damit das Modell scharf wird: mit fester Belichtung, auf mehreren Höhen und ohne Lücken in der Route. Nach der Berechnung wird das Modell außerdem aufgeräumt, also von Fehlstellen befreit. Deshalb wird ein solcher Rundgang meist als Dienstleistung erstellt. Bei Horama kostet das 690 € netto für eine Wohnung bis 120 m², einmalig pro Objekt, plus ein Hosting ab 19 € im Monat oder 149 € für 12 Monate. Die Einzelheiten stehen in Was kostet ein 3D-Rundgang?.
Alternative 3: Videorundgang
Ein Video, in dem jemand durch die Wohnung geht, ist die einfachste Form der virtuellen Besichtigung. Es lässt sich mit einem Smartphone aufnehmen und funktioniert auf jeder Plattform, auch auf Social Media. Der Nachteil ist, dass der Weg und das Tempo vorgegeben sind. Interessenten können nicht selbst entscheiden, wohin sie schauen oder wie lange sie in einem Raum bleiben.
Die Möglichkeiten im Vergleich
| Matterport | 360°-Rundgang (andere Anbieter) | 3D-Rundgang mit Gaussian Splatting | Videorundgang | |
|---|---|---|---|---|
| Bewegung | Springen zwischen Scanpunkten | Springen zwischen Aufnahmepunkten | Freies Gehen | Vorgegebener Weg |
| Fotorealismus | Fotos an den Scanpunkten | Fotos an den Aufnahmepunkten | Aus jedem Blickwinkel | Wie das Video |
| Raumgefühl | Mit Puppenhaus-Ansicht | Eingeschränkt | Wie bei einer Besichtigung | Eingeschränkt |
| Aufnahme | Kamera an jedem Scanpunkt | Kamera an jedem Punkt | Wohnung einmal abfilmen | Einmal durchgehen |
| Kostenmodell | Kamera und monatliches Abo | Kamera und meist ein Abo | Meist pro Objekt, plus Hosting | Gering |
| Geeignet für | Viele Objekte, eigene Aufnahme | Einfache Objekte, kleines Budget | Objekte, bei denen der Grundriss überzeugen muss | Social Media, schnelle Eindrücke |
Welche Alternative passt?
Drei Fragen helfen bei der Entscheidung.
Wie wichtig ist der Grundriss? Bei einer kleinen Mietwohnung mit klar geschnittenen Räumen reicht oft ein 360°-Rundgang oder sogar ein Video. Bei offenen Wohnbereichen, verwinkelten Grundrissen oder Häusern, bei denen Käufer die Wege verstehen müssen, zeigt ein begehbarer 3D-Rundgang deutlich mehr.
Wer nimmt auf? Wer viele Objekte hat und selbst aufnehmen möchte, ist mit einem Kamerasystem und Abo gut bedient. Wer keine eigene Technik und keine Zeit für Aufnahme und Nachbearbeitung investieren will, also für Berechnung, Aufräumen und Veröffentlichen, beauftragt einen Dienstleister.
Wie sollen die Kosten verteilt sein? Ein Abo lohnt sich bei vielen Objekten gleichzeitig. Bei einzelnen Objekten ist ein Preis pro Objekt oft übersichtlicher, vor allem wenn sich das Hosting nach dem Verkauf abschalten lässt.
Häufige Fragen
Gibt es eine kostenlose Alternative zu Matterport?
Für einfache 360°-Rundgänge gibt es Apps mit kostenlosen Einstiegsangeboten. Für begehbare 3D-Rundgänge mit Gaussian Splatting sind die Programme selbst teilweise frei verfügbar, etwa COLMAP für die Kamerapositionen, LichtFeld Studio für die Berechnung und SuperSplat zum Aufräumen. Sie setzen aber eine starke Grafikkarte und viel Erfahrung voraus. Für einzelne Zimmer gibt es auch Handy-Apps wie Polycam oder Scaniverse. Welche Schritte nötig sind, steht in Gaussian Splatting selbst machen. Kostenlos im Sinne von „ohne Aufwand“ ist keine der Alternativen.
Was ist der Unterschied zwischen Matterport und Gaussian Splatting?
Ein Matterport-Rundgang besteht aus Rundumfotos an einzelnen Scanpunkten, zwischen denen man springt. Gaussian Splatting berechnet dagegen ein durchgehendes, fotorealistisches 3D-Modell, in dem man sich frei bewegen kann. Dafür ist die Berechnung aufwendiger.
Welche Alternative zu Matterport eignet sich für Makler?
Das hängt vom Objekt ab. Für einfache Mietwohnungen reicht oft ein 360°-Rundgang. Für Objekte, bei denen der Grundriss überzeugen muss, oder für Interessenten von weiter weg ist ein begehbarer 3D-Rundgang die stärkere Lösung. Wie so ein Rundgang entsteht, zeigt 3D-Rundgang erstellen lassen.
Braucht man für eine Alternative zu Matterport eine eigene Kamera?
Nicht unbedingt. Wer mit einem Dienstleister arbeitet, braucht gar keine eigene Technik. Für einen begehbaren 3D-Rundgang bei Horama genügt der Schlüssel zur Wohnung.


