HORAMA

Wohnung für einen 3D-Scan vorbereiten: die Checkliste

Ein aufgeräumtes Zimmer der Demo-Wohnung, wie es für einen 3D-Scan vorbereitet sein sollte

Damit ein 3D-Rundgang scharf wird, darf sich in der Wohnung während der Aufnahme nichts verändern. Vorher sollten deshalb private Gegenstände weggeräumt, alle Türen in eine feste Stellung gebracht, kleine Spiegel abgehängt und alle Lampen eingeschaltet werden. Während der Aufnahme sollte sich außer der Person mit der Kamera niemand in der Wohnung bewegen.

Die Checkliste unten kann man so an Eigentümer oder Mieter weitergeben.

Warum Vorbereitung beim 3D-Scan wichtiger ist als beim Fotografen

Ein Fotograf macht für ein Exposé vielleicht zwanzig Bilder. Ist eines davon schlecht, wird es einfach nicht verwendet. Bei einem 3D-Scan ist das anders: Die Wohnung wird in einem Durchgang abgefilmt, und aus allen Bildern zusammen berechnet ein Computer ein einziges räumliches Modell. Damit das funktioniert, müssen alle Bilder zueinander passen.

Alles, was sich während der Aufnahme verändert, sieht der Computer deshalb in zwei verschiedenen Zuständen, zum Beispiel eine Tür einmal offen und einmal zu. Er kann sich nicht für einen Zustand entscheiden und versucht, beide gleichzeitig darzustellen. Im fertigen Rundgang wird daraus eine halbdurchsichtige Tür, ein Schleier oder eine doppelte Kante. Was dabei technisch passiert, steht in Unscharfe Gaussian Splats: Ursachen.

Die Checkliste

Private Gegenstände wegräumen

  • Fotos, Post, Dokumente, Kalender und alles, worauf Namen stehen.
  • Medikamente, Kinderzeichnungen und Zettel am Kühlschrank.
  • Bildschirme ausschalten und Laptops zuklappen.

In einem begehbaren Rundgang kann man viel näher an Dinge herangehen als auf einem Foto. Was auf dem Schreibtisch liegt, ist darin unter Umständen lesbar. Das ist nicht nur unangenehm für die Bewohner, sondern auch eine Frage des Datenschutzes. Warum, steht in 3D-Rundgang und Datenschutz.

Türen in eine feste Stellung bringen

  • Jede Zimmertür so stellen, wie sie während der ganzen Aufnahme bleiben soll, am besten ganz offen.
  • Schranktüren schließen.

Eine Tür, die während der Aufnahme bewegt wird, steht im Rundgang später als halbdurchsichtige Geistertür im Raum. Offene Türen haben außerdem den Vorteil, dass man im Rundgang von Raum zu Raum gehen kann.

Spiegel abhängen

  • Kleine und mittlere Spiegel abhängen oder umdrehen, vor allem im Flur.
  • Stark spiegelnde Flächen wie große Fernseher, Backofentüren oder Glastüren von Duschen nach Möglichkeit abdecken oder so stellen, dass sie wenig spiegeln.
  • Fest eingebaute Spiegelschränke im Bad lassen sich meist nicht abhängen. Dort kann im Rundgang an der Spiegelfläche eine unscharfe Stelle bleiben.

Ein Spiegel zeigt einen zweiten Raum, den es in Wirklichkeit nicht gibt. Der Computer kann eine Spiegelung nicht von einem echten Durchblick unterscheiden und baut den gespiegelten Raum deshalb als echten Raum hinter die Wand.

Licht einschalten

  • Alle Lampen einschalten, auch in Räumen, die bei Tageslicht hell genug wirken.
  • Jalousien und Vorhänge einmal einstellen und während der Aufnahme nicht mehr bewegen.
  • Flackernde oder gedimmte LED-Lampen auf volle Helligkeit stellen oder ausschalten. Ein Flackern, das das Auge nicht bemerkt, kann in den Bildern als Helligkeitssprung auftauchen.

Die Kamera wird für die ganze Wohnung auf eine feste Helligkeit eingestellt, damit Wände und Böden in jedem Bild dieselbe Farbe haben. Würde sie sich in jedem Raum neu anpassen, wäre dieselbe Wand in einem Bild heller und im nächsten dunkler, und das Modell würde fleckig. Damit eine feste Einstellung überall reicht, braucht auch der dunkelste Raum genug Licht.

Für Ruhe sorgen

  • Während der Aufnahme ist niemand außer der Person mit der Kamera in der Wohnung, auch nicht im Nebenzimmer.
  • Haustiere für die Dauer des Termins woanders unterbringen.
  • Fenster schließen, wenn Vorhänge im Luftzug wehen würden.

Wer oder was sich bewegt, hinterlässt im Modell Schlieren. Bei einer 360°-Kamera, die in alle Richtungen filmt, ist auch die Person zu sehen, die sie trägt. Sie wird nach der Aufnahme gezielt ausgeblendet, weil ihre Position in jedem Bild bekannt ist. Bei weiteren Personen funktioniert das nicht zuverlässig.

Auch oben und unten aufräumen

  • Kabel, Wäscheständer und Schuhe im Flur wegräumen.
  • Nichts auf Schränken liegen lassen, was dort nicht hingehört.
  • Unter Betten und Sofas aufräumen.

Für einen begehbaren Rundgang wird die Wohnung auf drei Höhen gefilmt: über Kopfhöhe, auf Brusthöhe und knapp über dem Boden. Dadurch kann man im Rundgang später auch auf Schränke und unter Tische schauen. Das ist ein Vorteil gegenüber Fotos, aber eben nur, wenn es dort ordentlich ist.

Was nicht nötig ist

Eigentümer oder Mieter müssen bei der Aufnahme nicht dabei sein, der Schlüssel genügt. Wohnen Mieter in der Wohnung, stimmen sie vorher zu, auch dem Zugang. Umstellen oder dekorieren muss man für die Kamera ebenfalls nichts: Was auf Fotos gut aussieht, sieht auch im Rundgang gut aus. Technik muss vor Ort nicht vorbereitet werden, gebraucht werden nur Licht und Ruhe. Wie Termin, Aufnahme und Berechnung ablaufen, steht in 3D-Rundgang erstellen lassen.

Häufige Fragen

Muss der Eigentümer beim Aufnahmetermin dabei sein?

Nein, der Schlüssel genügt. Der Aufnahme muss er aber schriftlich zustimmen. Bei einer vermieteten, bewohnten Wohnung müssen bei Horama auch die Mieter schriftlich zustimmen, weil es um ihre Wohnung und ihre Daten geht.

Kann eine bewohnte Wohnung gescannt werden?

Ja. Private Gegenstände müssen vorher weggeräumt sein, und während der Aufnahme darf sich niemand außer der Person mit der Kamera in der Wohnung bewegen.

Warum müssen beim 3D-Scan alle Lampen an sein?

Die Kamera wird für die ganze Wohnung auf eine feste Helligkeit eingestellt. Damit diese Einstellung auch im dunkelsten Raum reicht, braucht jeder Raum genug Licht. So haben Wände und Böden in jedem Bild dieselbe Farbe, und das Modell wird nicht fleckig.

Was passiert mit Spiegeln in einem 3D-Rundgang?

Ein Spiegel zeigt einen Raum, den es nicht gibt. Der Computer hält die Spiegelung für einen echten Raum und baut ihn hinter die Wand. Kleine Spiegel werden deshalb vor der Aufnahme abgehängt.

Jann Allenberger ist Gründer von Horama in Heddesheim. Er erstellt mit Gaussian Splatting begehbare 3D-Rundgänge für Makler in der Metropolregion Rhein-Neckar.

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